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WICHTIG!!!

Auch Profis machen mal Fehler ... So habe ich eben ein Kapitel gebloggt, was schon veröffentlich ist. Arrr... Hier kommt das nächste: Der Plan Liv: Hast du schon gefragt, was er alles an dir so … liebt? Du: Sollte ich das tun? Tami: Aber schnell! Du: Ich habe ihn schon gefragt…? Liv: Was? Wann? Du: Beim Training. Ich habe ihn wirklich schon mal gefragt. Er hat gesagt, er mag meine roten Haare und meine grünen Augen. Wunderschön. Tami: Müssen wir dir ALLES aus der Nase ziehen? Sag!!! Du: Er mag meine Haare und meine Augen. Liv: Glaub ihm kein Wort. Das hat er mir auch gesagt. Du: Mach ich schon nicht, keine Sorge… Tami: Wer weiß, wer weiß, … Ich kann sie schon lachen hören. Wie heute in der Mensa. Da haben alle, die in einer Entfernung von drei Tischen von uns saßen, geglotzt. Wir haben gerade über irgendwelche Schriftsteller erzählt. Liv findet die Bücher von einer Autorin toll, wie die heißt, weiß ich gerade nicht (ich glaube Baben von der Welt oder so). Tami hat sich nicht mehr eingekriegt. Dann mussten wir auch lachen, und zwar so sehr, dass Liv ge-weint hat und ich Bauchschmerzen bekommen habe. Da fällt mir auf, dass nächste Woche Tanzen ist. Hat Bea heute gesagt, sie ist unsere Klassensprecherin. Ich bekomme gleich ein mulmiges Gefühl, wenn ich daran denke. Beim Training reden wir nicht viel, und wenn, dann erklärt er mir irgendwas. Aber beim Tanzen… Nein, sage ich zu mir, hör auf mit dem Zweifel, du hörst dich ja schon an wie eine bei Gute Zeiten, schlechte Zeiten… Ich schloss Skype und surfte ein bisschen im Internet. Gerade, als ich mir auf YouTube staunend Videos von David Belle angucke (David Belle ist der „Erfinder“ des Parcours), klingelte mein Handy. Ich schaute erstaunt auf und stellte den Ton leiser. Sonst rief mich eigentlich keiner an. Aber ich kann mir schon denken, wer es ist, ohne raufzugucken. „Janick“ blinkte es auf dem Display. Junge, der nervt…! „Wie kann ich dir helfen?“ „Hallo Amberly.“ Ich erwidere nichts, sondern starre nur stur geradeaus. Bis mir auffällt, dass er mich ja gar nicht sehen kann. „Hallo Janick. Was willst du?“ „Freust du dich nicht, dass ich dich anrufe?“ „Meine Freude hält sich in Grenzen.“, sage ich, da merke ich, wie bockig das klingt. Ich weiß gar nicht warum ich mich nicht so sehr freue. Ich seufze. „Und, was willst du?“ „Du wiederholst dich, Süße.“ Ich zucke zusammen. Erst nennt er mich klein, dann süß?! Ich ignoriere es und warte, bis er mir ENDLICH sagt, was er will. „Kann ich dich mal besuchen kommen?“, rückt er endlich mit der Wahrheit raus. Ich bin verdattert. „Kommt drauf an – wann?“ „Wann immer du Zeit hast.“ „Ehm, wenn das so ist. Dann…“ Ich überlege einen Moment, „Wie wär’s mit diesen Donnerstag?“ „Wie gesagt, wann immer du willst. Welche Uhrzeit?“, fragt er weiter. Ich schnaufe. „Pass auf. Diesen Donnerstag, halb vier, Motzke-Straße 14a, mein Name ist Amberly Clarke.“ „Was bringen mir die ganzen Informationen?“ „Du musst wissen, wo ich wohne und wie ich heiße, damit du das richtige Klingelschild findest. Unter uns wohnen ein paar niemals zufriedene Omas, eine Studentin, eine Familie mit zwei plärrenden Kindern und noch eine andere Tante, die arbeitet beim Bäcker in der Parallelstraße.“, zähle ich auf, „Die sind bestimmt nicht so froh, wenn du dich da durchklingelst.“ Ich muss Luft holen und warte auf seine Antwort. „In welchem Stock wohnt ihr?“ „Im fünften.“ „O Gott.“, stöhnt er. Ich lache. „Viel Spaß“, wünsche ich ihm. „Du bist echt lebensmüde.“, stellt er fest. Ich wundere mich: „Womit habe ich das denn verdient?“ „Du springst von einem fünf-stöckigen Haus!“ „Sechs Stöcke, wenn man den Dachboden mitrechnet. Außerdem springe ich da nicht ganz runter, sondern nur ein Stockwerk tiefer.“ „Schlimm genug.“ „Jaja“, seufze ich, „Bis Donnerstag, halb vier.“ „Bis denn.“ Die beiden Tage sind wie im Flug vergangen. Ich habe gar nicht gemerkt, dass heute Donnerstag ist. Und ich habe total vergessen, dass ich heute Besuch kriege. Jungs-Besuch. Ich habe allerdings auch voll verplant, dass wir heute zu meiner Cousine zum Geburtstag fahren. Sie wohnt in einem anderen Stadtteil und studiert schon. Als ich gerade am Duschen bin, klingelt es. Stört mich nicht, denn Mama oder Papa können ja auch mal die Tür aufmachen oder irgendwas in die Gegensprecheranlage schwatzen. Trotzdem steige ich aus der Dusche, denn wir haben nur eine Toilette in der Wohnung, und wer weiß. Vielleicht muss der Besuch ja mal aufs stille Örtchen. Ich wickle mir ein Handtuch um den Körper und eins um die Haare und tapse mit nassen Füßen in mein Zimmer. Wenn man von unserem Bad in den restlichen Teil der Wohnung will, muss man satte drei Stufen runter und dann um eine Ecke gehen. Wenn dann jemand von vorne kommt, erschreckt man sich ganz schön. Besonders, wenn er so leise geht wie Janick. Tja. Jetzt stehe ich im Handtuch vor ihm und das einzige, woran ich gerade denke ist, dass mir das Hand-tuch zum Glück bis zu den Knien geht. Ich umklammere es fest, damit es sich auch ja nicht selbst-ständig macht. „Was. Machst. Du. Hier?!“, fauche ich ihn an. „Deine Schwester war so nett und hat mich reingelassen. Die mit den roten Haaren ist doch deine Schwester, oder? Sie sah ziemlich verwirrt aus.“ Das ist eine einwandfreie Beschreibung von Freddy. Wir beide haben die roten Haare meiner irischen Mutter geerbt. Will hat die braunen von meiner deutschen Vater, er kann sich sowas von glücklich fühlen. Immerhin wird er nicht andauernd „Hexie“ genannt. Jetzt fällt es mir heiß siedend wieder ein. Wir waren verabredet. „Ja, das war Frederike Clark. Sie sah so verwirrt aus, weil sie erstens eine Facharbeit schreibt und zweitens noch nie mich und einen Jungen gesehen hat.“ „Es ist jetzt gerade schlecht, oder?“ „Nene, ich habe da schon eine Idee.“, sage ich. „Wir wollen gleich zum Geburtstag meiner Cousine, aber ich bin nicht zwingend eingeladen. Außerdem wüsste ich sowieso nicht, was ich anziehen könnte.“, meine ich locker. Dann erkläre ich ihm flüsternd, und nur mit einem Handtuch bekleidet, meinen Plan. Kurz darauf ist er weg und ich habe Zeit, mir Sachen anzuziehen und meine Haare zu föhnen. „Papa…?“, sage ich mit meiner allerliebsten Tochter-Stimme, „Ich muss doch nicht zu dem Geburts-tag kommen, oder?“ Er schüttelt gedankenverloren den Kopf, während er in seinen Hemden herumwühlt. „Dann komme ich auch nicht mit, okay? Mir geht es nicht so gut.“, sage ich und mache ein leidendes Gesicht. Er streichelt mir über den Kopf. „Natürlich nicht, Am. Bleib lieber hier, wenn es dir nicht gut geht.“ Die Freudensprünge hebe ich mir für nachher auf. Als meine Eltern inklusive meiner Geschwister endlich weg sind, klingelt es. Dieses Mal bin ich drauf vorbereitet und öffne hektisch die Tür. „Sie sind weg.“, sage ich, „Komm rein.“ Wir gehen in mein Zimmer. Ich setze mich aufs Bett und warte, dass er mir sagt, warum er hier ist. Am Telefon wollte er das ja nicht sagen. „So, jetzt zeig mal. Wie machst du das mit dem Springen?“ Ach, darauf wollte er also hinaus. Ich nicke, mache das Fenster weit auf und klettere auf das Fensterbrett. Ich gehe in die Hocke und drehe mich nochmal zu ihm um. Er hat beide Augenbrauen hochgezogen und sieht mich wartend an. Als wollte er sagen: Wird’s bald? Ich atme tief durch. Der Stoff meiner Jeans spannt sich, als ich mich abstoße. Doch weil meine Hose so verflucht eng ist, geht mir viel Schwung verloren. Ich erwische die Kante nur mit meinen Händen, rutsche noch ein bisschen, und das war’s. Ich hänge in vielleicht 10 Meter Höhe an einer Dachkante. Ich habe keine Kraft mehr. Verfluchte Hose! Janick ruft mir irgendwas zu, von wegen Spannung halten und hochziehen. Es geht nicht. Ich versuche es. Rutsche ab. Und falle.

1 Kommentar 16.11.13 15:01, kommentieren

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Das lange Warten hat ein Ende: "Ich denk' an dich!"

Ich denk‘ an dich Ich habe es langsam Leid, andauernd von meinem Fenster auf das andere Flachdach zu springen, es muss einfach eine andere Lösung geben. „Mama?“ „Ja mein Schatz?“ In unserer ganzen Wohnung riecht es nach Knoblauch und Suppengemüse. Ein sicheres Zeichen Dafür, dass Mama kocht. Sie steht in der Küche vor dem Herd und hat sich eine Schürze umgebunden. Ich will nur ESSEN! „Ehm, nochmal wegen dem Hausarrest…“ „Ja?“ Jetzt wird sie langsam hellhörig. „Ich wollte fragen, wie lange der noch geht…?“ „Wieso?“ Mama ist sonst immer diejenige, die predigt, man soll eine Frage nicht mit einer Gegenfrage beantworten. Und was macht sie? „Weil, … weil ich schon seit ungefähr einer Woche jeden Nachmittag in meinem Zimmer hocke, während die anderen Spaß haben. Ohne mich.“ Ich versuche, ein deprimiertes Gesicht zu machen. „Ach Schätzlein…“ Ich blinzele sie wehmütig an. O Gott, wie lange habe ich diesen Blick geübt! „Na gut.“ Mama gibt sich geschlagen! Endlich. „Aber!“ So ganz kampflos lässt sie mich auch nicht ziehen, war klar. „Aber du musst spätestens halb 7 wieder zu Hause sein!“ Ich nicke, umarme sie und laufe schnell zu meinem Treffen mit Janick im Park. Ich habe es mir ange-wöhnt, jeden Tag mindestens 70 Sit-ups zu machen und nur noch morgens mit der Bahn zu fahren. Da bin ich nämlich immer noch so müde, dass ich keine sportlichen Leistungen bringen kann. Selbst meine Sportlehrerin meint, ich habe Kondition aufgebaut. Tja, sowas kommt von sowas… Im Park sehe ich Janick noch nicht, kein Wunder, er hat ja auch noch eine Viertelstunde Zeit. Ich bin etwas früher da, weil ich mich mit meiner Laufzeit verschätzt habe. Ich bin besser, als ich geglaubt hab…! Fröhlich springe ich über die Lehne von der Parkbank, einfach so. Erst im Nachhinein wundere ich mich, dass ich es doch schon geschafft habe. Also probiere ich es gleich nochmal, wieder klappt es, aber dieses Mal kriege ich sogar noch Applaus. Er steht locker da, schlägt die Hände mit einem lauten Klatschen zusammen und grinst. Ich lache ironisch. „Hallo Janick.“ „Hey. Das war schon ziemlich gut, muss ich mal so sagen.“, sagt er und nickt anerkennend mit dem Kopf. Ich lasse mich mit einem lauten Plumps auf die Bank fallen. „Also, worüber willst du nun so dringend reden?“ Desto schneller ich hier wegkomme, umso besser. „Es ist wegen Liv. Ich wollte dir das eigentlich noch erklären, aber du bist gleich so ausgerastet.“ Ausgerastet? Der spinnt doch! Ich habe wirklich ganz normal reagiert, der Situation entsprechend… „Es war nämlich so, dass ich erst ein paar schwache Gefühle für sie hatte und dachte, es könnten mehr werden …“ Hätte, könnte, wollte. Bestimmt, denke ich, aber ich kaufe dir das nicht ab. „Aber dann habe ich mich in jemand anderes verliebt und wusste nicht, was ich machen sollte, also habe ich sie abblitzen lassen.“ Anstatt Liv das zu erklären. Sie hätte es bestimmt verstanden! Ich bin immer noch sauer auf ihn. „Und dieser jemand bist … du!“ Ich nicke gedankenverloren, bis ich begreife, was er da gerade gesagt hat. Ich? Niemals! „Aha.“, sage ich, noch ganz verschleiert. Er starrt mich hoffnungsvoll an. „Und? Hast du auch Gefühle für mich?“, fragt er. „Lass mich noch überlegen.“, sage ich, stehe auf und gehe. Er ruft mir ein „Tschüss!“ hinterher, und ich hebe die Hand und winke. Aber ich drehe mich nicht noch mal um. Nicht für ihn. Ich will nicht, dass er mich auch noch so verletzt, wie Liv. Und ich habe einiges mit Tami und ihr zu klären… Mist, Mist, Mist. „WAS?“ „Liv, nicht so laut… Ich würde es auch ändern, wenn ich es könnte!“ Wir skypen per Videoanruf. „O Gott, O Gott.“, stöhnt Tami. Ich bin am Verzweifeln. Eben habe ich den Beiden von meinem Treffen mit Janick im Park erzählt. Sie wären am liebsten mitgekommen und hätten es alles „live“ gehört, das weiß ich, auch wenn sie es nicht sagen wollen. Aber ich kenne sie inzwischen zu gut. „Aber…aber…“, stammelt Liv und guckt entsetzt in ihre Webcam. „Ganz ruhig.“, beschwichtige ich, „Ich nehme ihn auch nicht ernst…“ „Noch.“, lässt Tami trocken hören. Ich gucke sie empört an. „Tami! Ich weiß, was ich mache! Ich tanze mit ihm und dann…“ „Verliebst du dich in ihn!“, führt Liv meinen Satz zu Ende. „Quatsch.“ „Das weißt du jetzt noch nicht.“, sagt Liv, „Ich kenne ihn.“ „Ich auch!“, ruft Tami. Da piepst mein Handy. Eine SMS. Ich weiß auch ohne Draufgucken, von wem sie ist. Er ist der einzige, der mir zurzeit SMS’en schreibt. Tatsächlich. Hey Am! <3 Stört es dich, wenn ich sowas schreibe? Ach, geht schon… Ich sag Bescheid, wenn‘s mir nicht passt. „Hat er geschrieben?“, fragt Liv hektisch. „Jaa…“, sage ich kleinlaut. „Zeig!“, fordert sie. Ich halte mein Handy vor die Webcam, sodass die beiden die SMS sehen können. Liv rauft sich förmlich die Haare, als sie sieht, was ich zurückgeschrieben habe. „Wie konntest du nur?!“ „Verräterin…“, schmunzelt Tami. „‘tschuldigung.“ „Oh, Mist, Gunnar will an den PC. Bis bald Mädels!“, sagt Liv und schaltet ihre Webcam aus. Auch ich verabschiede mich und fahre meinen Laptop runter. Dann sitze ich ratlos auf meinem Schreibstisch-stuhl und denke nach und grüble. So lange, bis Papa uns zum Abendbrot ruft. Lustlos esse ich meinen Gurkensalat auf und verschwinde schnell wieder in mein Zimmer. So zieht die Woche an mir vorbei. Und da heute Freitag ist, und ich den ganzen Tag nichts anderes gemacht habe, als rumzuhocken, beginne ich jetzt mit meinem Training. Abends um halb acht vielleicht ein bisschen spät, aber ich muss das aufholen, was ich in der Woche versäumt habe. Und das ist eine ganze Menge. Nach 100 Sit-ups klettere ich keuchend und stöhnend auf die Fensterbank und gehe in Sprungposition. Ich weiß, dass das Springen auf das Flachdach gerade jetzt gefährlich ist, aber es ist mir egal. Ich mag zwar ausgepowert sein, aber das ändert nichts. Ich muss hier raus. Als ich mich aufrichte, spüre ich den Schlüssel, den ich sicherheitshalber eingesteckt habe. Mama und Papa sind heute zwar Essen gegangen, aber ich will nicht riskieren, dass ich noch mal Hausarrest kriege, weil Will seinen Mund mal wieder nicht halten kann. Meine Yoga-Hose schlabbert bequem um meine Beine. Mein Top ist enganliegend und ich kann meinen kleinen Bauch nicht verbergen. Das ist mir aber egal, ich habe schon sehr abgenommen durch Pacour und außerdem sieht mich sowieso keiner. Und ich groß drüber nachdenken kann, spüre ich, wie mein Körper schon fast wie aus Routine arbeitet. Ich bin während meines Hausarrestes sooft über das Flachdach abgehauen und keiner hat es gemerkt. Meine Füße stoßen sich ab, meine Hände lassen den Fensterrahmen los, mein Oberkörper beugt sich leicht nach vorne, ich strecke meine Arme aus und bremse meinen Sprung schmerzhaft ab. Laufe zur Luke, schlüpfe in das Haus, schleiche unbemerkt das Treppenhaus runter, bin auf der Straße, sprinte und laufe abwechselnd zum Park. Und lasse mich ausgepowert auf die nächstbeste Bank fallen, schließe die Augen und blende alles aus. „Bist du müde?“ Ein Adrenalinschub durchzuckt mich und schlagartig stehe ich und starre ihn wütend an. „Scheiße, musst du dich immer so anschleichen?“ Er lächelt. „Es ist spannend, dir zuzugucken.“ „Warum das denn?!“ In mir bin ich immernoch erschreckt und total hibbelig. Aber äußerlich strahle ich Ruhe aus. „Es sieht hübsch aus, wie du dich konzentrierst, dann abcheckst, ob du es auch wirklich schaffen kannst und dann auf das Hindernis zu rennst – wie damals bei der Bank. Ich habe dich schon eine ganze Weile beobachtet, aber heute ist es anders… du warst ruhiger und gelassener, als du dich bis eben noch auf der Bank ausgeruht hast.“ Wenn der wüsste, was ich davor gemacht habe, würde er schon etwas ganz anderes sagen, denke ich. „Zeigst du mir noch was?“, bitte ich ihn. „Was denn?“ „Na, in Sachen Pacour und so. Das einzige, was ich bisher kann, ist schnell und ausdauernd laufen und von einem Dach aufs andere springen.“, erkläre ich. Er starrt mich schockiert an. „Was?“ „Ich habe gesagt, dass ich noch nicht wenig kann und du mir deswegen was zeigen sollst. Bitte.“ „Ich meinte das mit dem Dach…! Das war doch nur ausgedacht, oder?“, fragt er. „Nein. Ich hatte Hausarrest, und wollte aber doch zum Training, weißt du…“ „Aber deswegen kannst du doch nicht von einem Dach aufs andere springen!“ Ist das Wut in seiner Stimme? Ich schiebe bockig das Kinn nach vorne. „Natürlich kann ich das. Sonst wäre ich jetzt nicht hier.“ „Du hättest dir was brechen können! Oder sogar sterben können! Außerdem ist das Flachdach ganz bestimmt nicht deins, also darfst du da gar nicht rauf!“ Ich lasse die Standpauke über mich ergehen, aber irgendwann halte ich es nicht mehr aus. „Was hätte ich den sonst machen sollen?!“, fahre ich ihn an, „Ich hatte keine andere Möglichkeit!“ Ich starre ihn wütend an, er starrt zurück. Schließlich drehe ich mich weg, weil ich trotz allem lachen muss. Und ich habe gesehen, dass auch seine Mundwinkel gezuckt haben. „Was willst du denn lernen?“, fragt er mich nach einer endlos erscheinenden Minute. „Was ist denn wichtig?“ „Hm … abrollen vielleicht. Kannst du das?“ „Was ist das?“ Ich komme mir irgendwie dumm vor, denn ich weiß will Pacour können und weiß nicht mal das. „Also, das ist, wenn man landet. Da du es nicht kennst, hast du es auch bestimmt nicht angewendet, nicht mal unbewusst. Wenn du also von irgendwas runterspringst, dann rollst du dich ab, um deinen Sprung zu bremsen und dir nicht wehzutun.“, erklärt er. Dann stellt er sich auf die Lehne von der Bank, balanciert ein bisschen drauf rum, springt dann runter und macht auf dem Boden eine Vorwärtsrolle. Abrollen ist das also. „Tada.“ „Eine einfache Vorwärtsrolle?“, frage ich ungläubisch. Er nickt zufrieden. „Jap.“ „O, na dann… das krieg ich auch ohne hin. Was hast du noch so drauf?“ „Mach erstmal das, ja?“ Ich will mich eigentlich weigern, allerdings will ich auch keinen Streit mit Janick. Also balanciere ich kurze Zeit später ebenso wie er auf der Lehne. „Und jetzt springen und sanft abrollen!“, ruft er mir zu. Ich nicke, spanne meine Muskeln an, springe von der Bank herunter, drücke den Kopf auf die Brust, ziehe meine Hände nach vorne, krümme den Rücke – „Au!“ Der Boden ist härter als gedacht. „Du hast gesagt, es geht mit dem Abrollen auch schmerzlos!“, werfe ich ihm vor. „Natürlich, aber nicht beim ersten Mal. Es kann nicht immer alles sofort klappen.“, macht er mir Mut. Ich klettere wieder auf die Lehne, rolle mich ein weiteres Mal ab, und verziehe das Gesicht vor Schmerzen. So läuft das immer wieder. Irgendwann fängt es an zu dämmern und ich habe ein schlechtes Gewissen. „Ich muss dann mal nach Hause, ja?“, sage ich. „Ja, wenn du meinst… Sehen wir uns wieder?“ Ich nicke. „Morgen, wenn du Zeit hast.“ „Dann können wir das mit dem Tanzen ja auch noch mal bereden.“ Ups, ich wusste, da war noch was. „Na klar. Tschau.“ Ich gehe los, er ruft mir noch hinterher: „Ich denk‘ an dich!“

16.11.13 14:57, kommentieren